Ab Ende der Sechziger Jahre wendete sich das Blatt gegen die Flieger: Es gab Bürgerinitiativen gegen den Fluglärm, Beschwerden gegen einzelne Flieger häuften sich, Bebauungspläne wurden vorgelegt, verworfen und geändert, und der Rat der Stadt Köln fasste von Zeit zu Zeit Beschlüsse über die Verwendung des Butzweilerhofes. Der einstmals so gelobte und geachtete Luftsport wurde zum öffentlichen Ärgernis.
Großflugtage wie jener, der im Jahre 1972 noch 120.000 begeisterte Zuschauer zum Butzweilerhof ziehen ließ, waren nun Anlass zu scharfer Polemik. "Dauernde Lärmbelästigung und Gefährdung angrenzender Wohngebiete! Es war daher für die SPD-Fraktion im Bezirk 4 selbstverständlich, den in diesem Sommer geplanten Großflugtag zu verhindern", rühmte sich ein Flugblatt der SPD. Den Kölner Fliegern wehte der Wind wie nie ins Gesicht. Dieser Gegenwind brachte keinen Auftrieb – er war niederschmetternd. Im 70. Jahr des Kölner Klubs
für Luftsport war von wohlwollender Prüfung, dass die Kölner Sportflieger in der Nähe ihrer Vaterstadt ihren Sport ausüben können, nicht mehr die Rede. Wäre es nach den Politikern aller Ratsfraktionen gegangen, dann hätte es schon längst keinen Flieger mehr auf dem Butz gegeben.
Was das Landen damals zunächst noch ermöglichte, waren die Verhältnisse: Ein Ersatzgelände war trotz jahrelanger Suche noch nicht gefunden, alle Nachbargemeinden winkten dankend ab; sie waren an Fliegern nicht interessiert. Und neben den Sportfliegern waren ja auch noch die belgischen Heeresflieger auf dem Butz zu Hause. Die dachten gar nicht daran, das Feld zu räumen. Am Ende stand ein Rechtsstreit der Kölner Flieger durch drei Instanzen, den sie verloren, und am Butzweilerhof hörte die deutsche Luftfahrt 1980 zum dritten Mal auf.
Der Kölner Klub für Luftfahrt zog um zum Flugplatz Bonn Hangelar. Der damalige Vereinspräsident Dr. Rolf Madaus schrieb in der Festschrift von 1981 zum 75. Jubiläum: "Wenn auch unserem Klub zur Zeit die Ausübung des Luftsports erheblich erschwert wird, weil wir keinen ortsnahen Heimatflughafen mehr haben …, wird dies unsere Freude nicht dämpfen. Und es wird in den nächsten Jahren auch nicht an den erforderlichen Anstrengungen fehlen, den Klubbetrieb und das Klubleben weiter zu entwickeln. Unsere große Tradition verpflichtet uns."
1986, anlässlich des 80jährigen Jubiläums, konnte sich der Klub am Tag der offenen Tür der belgischen Streitkräfte mit drei Sportgruppen noch einmal auf dem Butzweilerhof der Öffentlichkeit darstellen. Einen Höhepunkt bildete der Start von 22 Heißluftballons. Lebhaften Zuspruch fand in diesem Jahr auch die Ausstellung "80 Jahre Luftsport in Köln" in der Kreissparkasse Köln am Neumarkt. Sie gab einen Überblick über Erfolge und Misserfolge des traditionsreichen Klubs.





