Kölner Klub für Luftsport e.V.

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Der Klub WDR 2

WDR 2

E-Mail Drucken PDF

 

Ganzjährig fliegen unsere Mitglieder ehrenamtlich für den Westdeutschen Rundfunk über die Autobahnen in NRW und melden Verkehrsstörungen. An Wochenenden und verkehrsreichen Tagen so wie dem Beginn der Schulferien starten sie mit der rot lackierten, klubeigenen Maschine mit der Aufschrift “WDR2 Der Sender”. Vielleicht haben auch Sie schon einmal im Stau gestanden und unsere Flieger entdeckt. Wenn keine WDR2-Flüge stattfinden, wird die Maschine für den Schul- und Charterbetrieb im Klub genutzt.

 

 

 

 

Besuch im WDR-Verkehrsstudio

Seit 15 Jahren bilden der ADAC als größter deutscher Verein, der WDR als größte öffentlich-rechtliche Sendeanstalt innerhalb der ARD und der Kölner Klub für Luftsport eine Allianz gegen Verkehrsstaus. Mit Staus müssen wir leben, aber die Information, wo, wann und wie viel Stau ist, hilft allen Beteiligten bei einem intelligenten Umgang mit unseren Verkehrswegen.

Die Profi-Moderatoren beim WDR-Hörfunk haben einen Grundsatz zu beachten: Wer beim moderieren sitzt, fliegt aus seinem Job! Warum? Ein stehender Moderator kommt wacher und authentischer beim Hörer rüber. Dies gilt jedoch nicht für die ehrenamtlichen KKfL-Mitglieder, die im WDR-Verkehrsstudio die Beobachtungsflüge koordinieren, und auch nicht für die Piloten, denn die fliegen ja schon.

Pro Jahr schickt der WDR die KKfL-Staupiloten 74 mal zur Überwachung des NRW-Autobahnnetzes in die Luft. Die Termine richten sich nach den Prognosen für die zu erwartenden höchsten Verkehrsaufkommen, wobei die Einsätze seit einigen Jahren ganzjährig stattfinden. Die Live-Berichte aus dem WDR-Flieger gehören vorerst wieder der Vergangenheit an. Stattdessen steht nüchternes Informationsmanagement auf dem Programm. Die Bodencrew im Verkehrsstudio hat nicht nur eine Standleitung ins Verkehrsmeldeinformationszentrum Studio Dortmund, ihr stehen auch alle Stau-, Warn-, und Gefahrenmeldungen online per Bildschirm zur Verfügung. Dabei sind Warnmeldungen in gelb und Gefahrenmeldungen, wie Falschfahrer oder in die Überholspur ragende Leitplanken, rot dargestellt und werden in der Regel unverzüglich über den Sender gemeldet. Neben Fax-Verbindung, Fernsehgerät für Videotext und Radioempfang zum Mithören der aktuellen Meldungen klingelt zwischendurch auch noch das Telefon aus dem Lagezentrum des Düsseldorfer Innenministeriums oder die Direktleitung zum Polizeipräsidium Köln. Besondere Bedeutung hat jedoch ein weiteres, direkt neben dem Funkgerät stehendes Telefon. Über diesen Telefonanschluss können Verkehrsteilnehmer die aktuelle Verkehrslage erfragen. Aber auch sogenannte Staumelder wählen diese Rufnummer, um Verkehrsstörungen durchzugeben. Hierbei werden die Bezeichnungen der Autobahnen und die Fahrtrichtungen regelmäßig verwechselt. Auch hinsichtlich der Staulängen haben die Hobby-Informanten offensichtlich eigene Maßeinheiten. Deshalb müssen diese Angaben von der Polizei überprüft werden, bevor eine Speicherung im WDR-Computer erfolgt. Da die Polizei in den Verkehrsspitzenzeiten regelmäßig überlastet ist, kann eine Überprüfung der Staumeldungen leider nur sehr unregelmäßig oder gar nicht erfolgen. Um so dringender ist die Verkehrsinformationszentrale auf den Einsatz des WDR-Fliegers angewiesen und für einen pünktlichen Start besonders dankbar. Aus der Sicht der Zentrale und der WDR-Wellenleitung ist der WDR-Flieger seit Jahren ein sehr wichtiges und unverzichtbares Einsatzmittel, mit dem auch in Zukunft die WDR-Verkehrsmeldungen an Schnelligkeit und Aktualität von der Konkurrenz nicht übertroffen werden.

Ulrich Feldhofer

 







Die A3 - eine echte Herausforderung

Die Bundesautobahn 3 ist eine Schlagader des Fernverkehrs in Europa. Sie verbindet  die Niederlande, Deutschland und Österreich. Das macht diese Autobahn zu einer der wichtigsten Nord-Süd-Achsen. In Nordrhein-Westfalen durchquert sie das Ruhrgebiet, streift Düsseldorf an dessen Ostseite und bildet den östlichen Teil des Kölner Autobahn-Rings. Somit ist sie einer der wichtigsten Träger des Verkehrs im Wirtschaftsstandort NRW.

Es ist leicht einzusehen, dass diese Strecke besondere Aufmerksamkeit  erfordert. Nahezu jeder Flug der WDR-Staupiloten führt über die A3.

Doch nicht nur für Autofahrer ist sie eine Herausforderung, sondern auch für die Pilotinnen und Piloten, die sie überfliegen. Denn diese Autobahn verbindet auch die beiden großen Flughäfen NRW's, Düsseldorf und Köln/Bonn.  Was zwangsläufig zur Folge hat, dass sie diesen Flughäfen sehr nahe kommt und durch deren Kontrollzonen verläuft. Die "noralgischen Punkte", wie z.B. das Heumarer Dreieck oder das Breitscheider Kreuz, befinden sich gar in unmittelbarer Nähe der An- und Abflugsektoren.

Für die Crews des WDR-Fliegers bedeutet das: Sonder-Erlaubnisse einholen. Die Standard-Routen innerhalb der Kontrollzonen bieten keinen ausreichenden Blick auf die wichtigen Punkte während einer Verkehrsüberwachung. Darum muss der Tower das Verfolgen der Autobahn genehmigen. In Köln fliegen die WDR-Piloten zwischen Oberpleis und dem Kreuz Leverkusen sowohl durch den Anflugsektor als auch durch den Abflugsektor der Piste 14L/32R, unabhängig, in welcher Richtung sie in Betrieb ist. In Düsseldorf führt ihr Weg sie meist durch den Endanflug der Pisten 23R und 23L, die meist sehr frequentiert sind.

So kann es zu extremen Annäherungen zu anfliegenden Maschinen kommen. Es hat schon Situationen gegeben, in denen der WDR-Pilot einer anfliegenden Boeing 777 der Emirates zugewunken hat, und der Captain dieser Maschine hat zurückgewunken.

Auch für die erfahrenen und routinierten Piloten des WDR-Teams sind solche Vorkommnisse absolute Highlights.